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Ein Gehen und Kommen

Nachdem der heutige Tag so traurig war und wir gemeinsam Kerstin auf ihrem letzten Weg begleitet haben, hat er noch einen strahlenden Lichtblick bekommen: eine andere Freundin hat in München ihre kleine Tochter namens Lilli entbunden und der stolze Papa hat mir eine vor Glück strotzende e-mail geschrieben, die ich am Abend gelesen hatte. So ist es auf dieser Welt – ein Kommen und Gehen, Leben verabschiedet sich und Leben beginnt. Ich bin froh, dass Lilli sich diesen Tag als Geburtstag herausgesucht hat. Herzlichen Glückwunsch zu dieser kleinen Tochter! Fine freut sich jedenfalls mächtig über die erste weibliche Verstärkung im Freundeskreis.

Die Beerdigung…ich habe mich zusammen mit Moni von Kerstin verabschiedet, aber es war nicht Kerstin, die da lag. Das Gesicht sah so unwirklich aus, so maskenhaft. Ihre Hände waren wunderschön und ich habe sie lange angeschaut. Die Trauerfeier hat Reginas Mann gemacht und ich habe versucht, mir sehr viel aus der Rede zu merken. Einmal hab ich ganz heftig den Kopf geschüttelt und „Mmmhh!“ gesagt – nämlich als er meinte, dass Gott sie nun in seiner Herrlichkeit empfangen würde. Zwei Sätze später sagte auch er, dass er schon wüsste, dass Kerstin das anders gesehen hätte. Kerstin sitzt für Moni und mich auf einer weißen Wattewolke mit leicht angestaubten Engelsflügeln, die zudem noch ein wenig verwurschtelt sind. Auf dieser Wolke bzw. gleich neben dran ist die Schweinewiese, auf der sich all ihre toten Meerschweinchen tummeln. Und dort oben sitzt sie und amüsiert sich über uns und unser Tun!
Bella, ich vermisse Dich!!!

Die Trauerfeier war untermalt mit 3 Lieder, die ich davor nicht kannte. Es waren 2 Titel aus dem Shrek – Soundtrack. „You belong to me“ von Jason Wade und „Hallelujah“ von Rufus Wainwright.
Das dritte Lied war beim Auszug „Übers Meer“ von Rio Reiser.
Tja, und dann hab ich mir überlegt, welche Lieder dann mal an meiner Beerdigung gespielt werden sollen…

12.8.05 23:11




Ohne Worte

Der Tod hat keine Bedeutung
- ich bin nur nach nebenan gegangen.
Ich bleibe wer ich bin. Und auch ihr bleibt dieselben.
Was wir einander bedeuten, bleibt bestehen.
Nennt mich mit einem vertrauten Namen,
sprecht in der gewohnten Weise mit mir
und ändert euren Tonfall nicht!
Hüllt euch nicht in Mäntel aus Schweigen und Kummer-
Lacht wie immer über die kleinen Scherze, die wir teilten.
Wenn ihr von mir sprecht,
so tut es ohne Reue und ohne jegliche Traurigkeit.
Leben bedeutet immer Leben
- es bleibt bestehen- immer- ohne Unterbrechung.
Ihr seht mich nicht, aber in Gedanken bin ich bei euch.
Ich warte eine Zeitlang auf euch-
Irgendwo, ganz in der Nähe- Nur ein paar Straßen weiter.
(Henry Scott Holland, 1847 - 1918)
12.8.05 09:39


Ein verfressener Tag

Fine hat mich heute wirklich erstaunt - sie hatte "Fresstag", nachdem sie die letzten Tage eher weniger wollte! Aber fangen wir von vorne an...
Gestern ist die Süße ja um kurz nach 16 Uhr abgebrochen, klar, nach den Turnaktionen. Und sie schlief...und schlief...und schlief... und dann war es 22.30 Uhr und sie schlief immer noch. Mmmhhh, ich wollte selbst ins Bett und sie lag ja in Tagesbekleidung, also ohne Gute-Nacht-Windel (jaja, die Schwarze, gell @ Püppi :-)) und Schlafanzug im Bett. Also, mit Säuselsang und Bodenknarzen die Maus geweckt und bettfertig gemacht. Schnell noch eine Gute-Nacht-Flasche eingetrichtert und beim letzten Zug ging auch schon das Köpfchen wieder zur Seite - weiterschlafen!
Um kurz vor 5 kam mein Mann von der Nachttour nach Hause und bis er dann im Bett lag war Fine hellwach. Nun gut - der Fresstag kann beginnen!
Zuerst kam ein Guten-Morgen-Schoppen mit 170ml. Dann schnell mit den Hundis ums Eck, Zeitung reingeholt, Fine zum Spielen Runde 1 in den Laufstall gesteckt und in aller Ruhe meine Morgenlektüre gelesen. So gegen 8 quengelte sie dann wieder und hat eine Portion Milchbrei verdrückt. Dann war Zeit für den zweiten Morgenschlaf. Sie schlummerte bis um 10 Uhr neben ihrem tief schnarchenden Papa (es wird mir ewig ein Rätsel bleiben, wie kleine Kinder bei einer derartigen Geräuschkulisse auch nur ein Auge zumachen können). Dann auf zur Spielrunde 2 mit Wettkullern und Krabbelversuchen auf der Kuscheldecke im Büro. Gegen 11 kam dann der große Hunger zurück und sie hat ein Gläschen Zucchini mit Kartoffeln + Extraportion Öl verdrückt. Dies reichte jedoch nicht aus und es musste noch ein Getreidebrei hinterher. Um 13.30 Uhr war es dann Zeit für das Mittagsschläfchen, aber nicht ohne ihren Hunger lautstark zu bekunden. Nun gut, es gab ein schnelles Gläschen Banane mit Getreide vom Onkel Hipp. Geschlafen hat sie dann bis um 15.30 Uhr. Die Stuttgarter Oma war zu Besuch und hat einen „Umschlag“ gebracht. No comment! Und es folgte eine große Schale Milchbrei mit Frucht…gegen 18.30 Uhr war die Kleine dann schon wieder derart müde von Spielrunde die X-te, aber trotz Milchflasche mit 130ml nicht zum Einschlafen zu bewegen. Attila wollte eh noch in seinen persönlichen Lieblingsladen (OBI) und ich hab kurzerhand beschlossen, einen Familienausflug daraus zu machen. Also, mit Sack und Pack dorthin gefahren, bis 20 Uhr Schrauben und Trennscheiben, seltsame Düsen und andere für mich undefinierbare Sachen gekauft und danach beim Türken um die Ecke versumpft. Mit Köfte für den Herrn, zwei Stückchen Pide und viiiiiel Salat für die Dame und jede Menge vom Inneren eines türkisches Fladenbrotes fürs Kind. Und um 21.30 lagen alle außer der Blogschreiberin im Bett!
Na, war das ein Tag?
11.8.05 22:58


Kindheitserinnerungen

Kann sich eigentlich noch ein Mensch an die Serie Western von Gestern erinnern?
Wenn ich die Melodie auf der Homepage höre werd ich sentimental...hui...das waren noch Zeiten in den 70ern...
10.8.05 19:54


Eigentlich unfassbar...

Meine Gedanken schieben sich immer wieder in Richtung Freitag. Freitag wird Kerstin beerdigt... Ich will heute noch die Karte für ihren Mann schreiben und kann mich noch nicht für einen Spruch entscheiden.
Kerstin war seit 11 Jahren eine gute Freundin von mir. Wir haben uns an der (damals noch genannten) FHB gesucht und gefunden. Das "kreaktive" Team zweier engagierter und vor Ideen sprühender Jungbibliothekarinnen, die die Bibliothekswelt verbessern wollten. Wir haben zusammen die S-Bahn-Fahrten genossen, am Morgen unseren Kakao und Käsebrötchenvorrat aufgefüllt, gemeinsam Bewerbungen geschrieben, uns Stellen geschenkt die wir nicht wollten (von wegen "Freiburg kannste haben, schenk ich Dir!", gemeinsam das Jahr 1999 zu Ende gebracht, zum Abhotten ins Zap gerannt, unsere Männer kennengelernt, zusammen gearbeitet, geheiratet, ... Kerstin war immer da, auch wenn der Kontakt sich manchmal wochenlang nur auf emails beschränkte.

"Nase in den Wind" war ihr Spruch, wenn sie mich aufbauen wollte... und genau das werde ich am Freitag wohl tun müssen...

Kerstin ist am 5. August 2005, einem Freitag morgen 3 Wochen nach ihrem 35. Geburtstag an einer Lungenembolie gestorben. Einfach so neben ihrem Mann im Bett, ohne Krankengeschichte und ohne Risikofaktoren für eine solche Geschichte. Einfach tot...

"Es fragt uns keiner, ob es uns gefällt,
ob wir das Leben lieben oder hassen.
Wir kommen ungefragt auf diese Welt
und müssen sie auch ungefragt verlassen."
(Gretchen Grosser)


10.8.05 13:15


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